Methoden


Zu meiner Person
Ich habe viele Jahre am Theater als Dramaturgin gearbeitet, bevor ich mit den Schreibkursen begann. Der Umgang mit literarischen Texten ist mir seit langer Zeit vertraut. Dabei sind mir genauso eine szenische, bildliche Darstellungsweise wie die Struktur eines Textes wichtig.


Methoden
Ich arbeite nach der Methode des kreativen Schreibens, oder "Creativ Writing" die in den USA entwickelt wurde. Dabei bin ich der Überzeugung, dass kreative Schreibtechniken, auch durchaus die Kreativität in anderen Bereichen stärken und dass Schreiben guter Texte auf kreative Weise lernbar ist.
Dabei greift "Creativ Writing" auf die Kulturtechnik des Schreibens zurück. Mit methodischen Übungen versucht das "Creativ Writing" die kreativen Ressourcen des Einzelnen zu entdecken, um sie im "Schreibprozess" mit Hilfe des geschriebenen Textes zum Ausdruck zu bringen. Schreiben ist ein gestalterischer Prozess, der in den beiden Hemisphären des Gehirns eine Interaktion von Ratio und Emotionen auslöst. Diese Interaktion bringt einen kreativen Vorgang in Bewegung. So ist "Creativ Writing" ein ganzheitlicher Vorgang, der den Autor und die Autorin befähigen soll, Erlebnisse oder Fantasien in einer sprachlichen Form zu gestalten.
Im "Creativ Writing" werden alle Sinne einbezogen: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen. Unser Gehirn nimmt ständig Eindrücke auf, speichert sie und gibt diese, wenn die Anreize da sind, wieder nach außen. Die Anregung der Sinne, beispielsweise durch Farben, Musik, Natureindrücke, Gerüche, Hautkontakte, ist hierbei ein wesentlicher Auslöser für die Öffnung unserer inneren Ausdrucksfähigkeit. Ziel hierbei ist es, die Sensibilität für den Erzählvorgang zu stärken. In den USA wurde hierfür der Begriff "show don't tell" geprägt, den ich persönlich gerne mit "erzählen, nicht berichten" übersetzte. Mit dem bisher genannten stehe ich ganz in der Tradition des "Creativ Writing". In den letzten fünf Jahren, in denen ich Kurse unterrichte, habe die Methode des "Creativ Writing" in meinen Kursen in vier Punkten ergänzt:

  • Ich arbeite produktorientiert. Das bedeutet, ich möchte, dass die Teilnehmer meiner Schreibkurse ein fertiges Buch, sei es ein Roman oder eine Lebensgeschichte mit nach Hause nehmen. Literarische Qualität ist wichtiger als Selbsterkenntnis.
  • Ich arbeite viel durch das Nachempfinden von Texten anerkannter Autoren. Es sollen Beispiele sein, die zeigen, wie ein Text strukturiert ist, wie ein Romananfang gestaltet oder wie eine Personbeschreibung aufgebaut sein kann. Es hat sich als positiv erwiesen an Texten anderer Autoren zu lernen.
  • Dabei trenne ich zwischen dem Inhalt eines Textes und seinem Stil. Der Inhalt soll und wird immer ihr eigenes Projekt sein. Am Stil anderer Autoren kann man sehr viel lernen.
  • Schreiben gelingt nur, wenn die Teilnehmer wissen, was Sie schreiben wollen. Die Teilnehmer bringen ihre Vorstellungen eines Schreibvorhabens mit in das Seminar, aber diese sind meist wage und vor allem oft sehr breit gefächert, so dass meist 5 Geschichten aus einer ersten Idee entstehen könnten. Deshalb sind die ersten Stunden für die Strukturierung des Schreibprojektes bestimmt, bevor die eigentliche Schreibarbeit beginnt.